
Durch jenes (etena | ins sg) [die Beschreibung der Umwandlungsprozesse (pariṇāma) des inneren Wahrnehmungsraumes (citta)], [sind] die Umwandlungen (pariṇāmāḥ | nom pl) der [kennzeichnenden] Merkmale (dharmaa), der [zeitlichen] Umstände (lakṣaṇab) und der [qualitativen] Zustände (anvasthāc) im grobstofflichen und feinstofflichen (bhūtendriyeṣu | loc pl) Bereich ebenso erklärt (vyākhyātāḥ | nom pl)d.
Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich
a: | Dharma: Die Merkmale und damit die Aufgabe, die beispielsweise Wasser hat, kann sich ändern. Es kann zum Trinken gut sein, oder um etwas zu löschen. |
b: | Lakṣaṇa: Auch der Umstand von Wasser kann sich ändern und damit seine Form. Es kann sich in einer Vase befinden in einem Teich oder über den Boden verteilt sein. |
c: | Avasthā: Schließlich durchläuft auch das Wasser verschiedene Zustände. Es kann gefroren sein, flüssig oder Wasserdampf. |
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Erläuterung zum Vyāsa Bhāṣya
Der Bhāṣya zu 3.13 umfasst 63 Sätze! Dort werden die Begriffe genau erläutert und es werden mehrere Beispiele zu Verdeutlichung gegeben (Tonerde, Gold, Mann, Frau). Darüber hinaus kommt Patañjali zu folgendem Schluss: Die Transformationen des Dharma und der Zeitvariation (lakṣana) und der Intensität/Zustand (avasthā) [wie hier beschrieben] gehen nicht über die Substanz als solche hinaus. Daher gibt es nur eine Art von Transformation, die alle von uns beschriebenen Varianten umfasst. Was ist dann eine Transformation? Es ist das Entstehen eines anderen Dharmas in einer dauerhaften Materie, nachdem ein früheres Dharma unterdrückt wurde.
Nicht nur Dein innerer Wahrnehmungsraum (citta) sondern auch die von ihm wahrgenommenen grob- und feinstofflichen (bhūtendria) Objekte befinden sich in ständigem Wandel (pariṇāma). So wie Dein Wahrnehmungsraum sich in seiner Qualität zur Ruhe wandelt (nirodha-pariṇāma), in seinem Ausrichtung zur Klarheit (samādhi-pariṇāma) und in seiner Beschaffenheit zur Sammlung (ekāgratā-pariṇāma), so wandeln sich äußere Objekte in ihren Aufgaben (dharma-pariṇāma), ihrem Kontext (lakṣaṇa-pariṇāma) und ihrem Zustand (avasthā-pariṇāma).
Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer
Damit sind in bezug auf Elemente und Sinnesorgane die [durch die drei Akte bedingten] Umwandlungen ihrer Naturbeschaffenheiten, Merkmale und Zustände erklärt.
Paul Deussen - 1908
By this (exposition of the modifications of the internal organs) the (three) modifications in the shape of property (Dharma), indication (Lakṣaṇa) and position (Avasthā) in (or of) the elements-and organs, have been (sufficiently) explained.
James R. Ballantyne - 1852
Thus, with regard to elements and to organs, mutations of external-aspect and of time-variation and of intensity have been enumerated.
James Haughton Woods - 1914
Die beruhigende (śāntaa) Beschaffenheit (dharma) [der Umwandlung zur Ruhe (nirodha-pariṇāma)], die bündelnde (uditac) Beschaffenheit [der Umwandlung zur Bündelung (samādhi-pariṇāma)] und die unbeschreibbare (avyapadeśyad) Beschaffenheit [der Umwandlung zur ruhigen Sammlung (ekāgratā-pariṇāma)] folgen (anupātī | nom sg) dem [gleichen] Beschaffenheitsträger (dharmī | nom sg).
Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich
a: | śānta (beruhigend) bezieht sich auf Satz 3.9 und 3.10. Also auf Nirodha-Pariṇāma, die Umwandlung zur Ruhe. |
b: | udita (aufgehend), bzw. uddita (bündelnd) bezieht sich auf Satz 3.11. Also auf Samādhi-Pariṇāma, die Umwandlung zur Bündelung. |
c: | Nun kommt mit avyapadeśya (unaussprechlich) ein Bezug zur dritten Umwandlung in Satz 3.11 hinzu. Also auf Ekāgratā-Pariṇāma, die Umwandlung zur ruhigen Sammlung. |
Erläuterung zum Vyāsa Bhāṣya
Der Bhāṣya zu 3.14 umfasst 16 Sätze und es geht um Verbindung zur Sāṅkhya-Philosophie und um die Auseinandersetzung mit der buddhistischen Lehre, die keinen konstanten Merkmalsträger (dharmin) enthält.
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Vergangene (śānta), aktuelle (udita) und zukünftige (avyapadeśya) Beschaffenheit (dharma) basieren auf [ein und demselben] Beschaffenheitsträger (dharmin)a.
Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer
a: | Dieser Satz steht im Kontrast zur damals weit verbreiteten Lehre des Buddhismus. Dieser lehrt, dass es keine Grundsumbstanz (dharmin) gibt, sondern diese leer ist. Patañjali postuliert hier hingegen eine Grundsubstanz, die immer wieder neue Aufgaben annimmt. |
Hierbei ist der Beschaffenheitsträger der beruhigten, der erhabenen und der unaussprechlichen Beschaffenheit entsprechend.
Paul Deussen - 1908
A Dharmī is that which follows upon (or has) the properties in the shape of Śānta (tranquil), udita (risen) and avyapaddṣya (incapable of denomination).
James R. Ballantyne - 1852
A substance conforms itself to quiescent and uprisen and indeterminable external-aspects.
James Haughton Woods - 1914
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